Stand der Gespräche mit der Landesregierung

Stand der Gespräche mit der Landesregierung „nicht einfach zu verdauen“: Delmenhorster „Islamischer Weg e.V.“ besucht Infoveranstaltung des Landesverbands der Muslime (Schura).

Der deutschsprachige Delmenhorster Verein Islamischer Weg e.V. (IW) nahm am Sonntag, dem 20. Januar 2017 als Mitglied der Schura Niedersachsen an ihrer Informationsveranstaltung in den Räumlichkeiten des Pakistanischen Zentrums Hannover teil. Zwei Vertreter des IW vertraten den Verein bei der Schura, dem niedersächsischen Landesverband der Muslime.

Im ersten Treffen des Jahres stellte der Dachverband seine für 2019 geplanten Aktivitäten vor und informierte seine Mitglieder über aktuelle Themen und Projekte, wie z.B. der Ausbildung muslimischer Seelsorger. Insbesondere aber der Status quo des islamischen Religionsunterrichts in Niedersachsen sowie der Stand der Verhandlungen über einen Staatsvertrag mit der niedersächsischen Landesregierung weckten das Interesse der Verbandsmitglieder.

Der von der Schura initiierte Beirat für den Islamischen Religionsunterricht in Niedersachsen, vertreten durch Frau Şerife Tiryaki, sensibilisierte die teilnehmenden Vereine, durch ausgewählte Mitglieder zum Lehrerangebot beizutragen, da die Nachfrage nach muslimischen Religionslehrern für sich spreche. Im Schuljahr 2016/2017 hätten laut niedersächsischem Kultusministerium gerade einmal 29 Lehrkräfte und vier Referendare für islamischen Unterricht 65.500 muslimischen Schülerinnen und Schülern gegenüber gestanden.

Der Stand der Verhandlungen der Schura mit der Landesregierung um einen Staatsvertrag sorgte trotz des aktuell eindeutigen Ergebnisses des Dialogs für viele Nachfragen. Die seit 2014 laufenden Gespräche waren im letzten Jahr ergebnislos auf Eis gelegt worden. Sie seien zuletzt trotz abschließender inhaltlicher Übereinstimmung am Willen der Regierung gescheitert, da „ein Vertragsschluss öffentlich gerade nicht als Schritt der Annäherung und Normalisierung wahrgenommen“ würde.